Sonntag, 1. September 2013

2002 Vina Gravonia, Lopez de Heredia

Einen Weißwein erst nach 10 Jahren auf den Markt zu bringen ist vielleicht nicht mehr "en vogue" - Lopez de Heredia zeigt aber, ob weiß oder rot, wie viel Spaß Weine machen können denen in Fass und Flasche genügend Zeit gewährt wurde um sich auf Top Niveau zu präsentieren.
Der Gravonia ist, wie auch die weiße Reserva oder Gran Reserva, kein Wein für Jedermann, aber ein Wein der jenem der sich auf ihn einlässt viel zu bieten hat.
Satte 4 Jahre war der Wein im Fass und durfte dann noch 6 Jahre in der Flasche reifen - Lopez de Heredia rühmt sich nach wie vor die Weine wie vor 100 Jahren zu produzieren und keinerlei Modernisierungen in der Weinbereitung zuzulassen - Wer des öfteren Weine dieses Betriebes trinkt wird bestätigen wie richtig diese Haltung ist!!

Der Gravonia begeistert von der ersten Minute....
Ich denke es gibt nur wenige Weine Weltweit, die um 15 Euro soviel Ausdruck bieten und derart interessant sind! Selbst die 1998 Reserva hat es hier schwer im Vergleich zu brillieren.


Die Nase sehr intensiv. Natürlich leicht oxidativ aber mit vielschichtigen Aromen.
Etwas rauchig, Haselnuss, kandierte Früchte und Rosinen.

Am Gaumen bietet der Gravonia eine herrliche Frische, klarer straffer Stil, sehr ausdrucksvoll, leicht nach gerösteten Nüssen. Kurz spürt man die perfekt eingebundene, markante Säure, dann kommt aber ein Feuerwerk an Geschmacksintensität - ausfüllend, kräftig, mit herrlicher Würze und leicht brotigen Aromen - das Ganze geht über in einen herrlich langen und intensiven Abgang.

Wunderbar, wie sich ein "positivster" Eindruck von der vielschichtigen Nase über den druckvollen Gaumen bis hin zum langen Abgang zieht. Toller Wein!   ****(*)

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