Freitag, 17. Februar 2012

Weingut Werlitsch - Ex Vero II 2006


Bild: www.werlitsch.at
Ein Ausflug in die Südsteiermark und das Cruisen mit einer Vespa, die mit den steilen Anstiegen dieser hügeligen Landschaft überfordert war, zwang uns ins Tal und führte glücklicherweise direkt zum Weingut Werlitsch. Unangemeldet parkten wir die Vespa vor dem Haus der Tscheppes und wurden von Ewald Tscheppe mit vorbildlicher Gastfreundschaft empfangen. Im Verkostungsraum erlebten wir dann einen der spannendsten und informativsten Winzerbesuche seit langem. Der Besuch war getragen von einer Hingabe des Winzers, Wein so naturnahe wie nur denkbar zu keltern und weniger die Sorte denn das Terroir sprechen zu lassen. Zudem setzt er sich mehr mit der Natur und den Vorgängen im Boden auseinander als ich das bisher gesehen habe.

Ewald Tscheppe hat sich entschieden ein, meiner Meinung nach, hohes wirtschaftliches Risiko einzugehen um Wein so in die Flasche zu bringen wie es ihm als richtig und gut erscheint und damit schafft er nicht nur Wein sondern eine Gesamtphilosophie die das Produkt noch interessanter und erstrebenswerter macht als es ohnehin schon ist.  Zugegeben, Winzer die mehr das Produkt als den wirtschaftlichen Erfolg im Fokus haben und diesen Weg mit allem Risiko beschreiten faszinieren mich, aber im Vordergrund steht für mich das, was ich im Glas habe und das ist nun mal von genau diesen Winzern sehr oft großartig (siehe Uwe Schiefer, Werlitsch, etc) Auch schmeckt mir Wein der sehr traditionell oder unkonventionell bzw. auch naturnahe hergestellt wird äußerst gut und das nicht weil es gerade en vogue ist, sondern weil ich seit vielen Jahren diese Weine kaufe und viel Spaß daran habe. Beispiele hierfür sind für mich Lopez de Heredia (auch die wunderbaren Weißen), Nicolas Joly, Bruno Giacosa, JJ Prüm…. 


Als Abschluss aber noch der heutige Wein im Glas: 

2006 Ex Vero II, Weingut Werlitsch  

dazu gekocht habe ich Eierschwammerl Ravioli mit, in Butter und wenig Obers geschwenkten, frischen Eierschwammerl, frischer Pfeffer und Fleur de Sel. Kurz zur Kombi: Eigentlich sehr harmonisch aber wenn der Ex Vero wärmer wird gewinnt er derart an Kraft und Ausdruck, dass selbst ein doch relativ kräftiges Essen es schwer hat mitzuhalten. (Diese Nussigkeit könnte evt. zu Pata Negra oder auch gebratenem Iberico Schwein passen?) 

 1 Stunde geöffnet, wie auf der Flasche angemerkt eher warm getrunken. verkostet am 15.September 2011 Gabriel Glas Wow, was für eine intensive, nach Nüssen duftende, Nase, leicht gebrannte Mandel und dezent nach dem Duft von gebratener Gänseleber (der Winzer mag es mir verzeihen, sollte er diese Zeilen lesen :-) ), floral. Am Gaumen sehr intensiv und fordernd mit herber Frucht die an leicht grünliche Zwetschken erinnert, wieder die gebratene Gänseleber, der Körper wirkt trotz dezenter 12,5% kräftig, sehr intensiv im Geschmack, eigenwillig aber auch reich an Aromen, leicht röstige Anklänge, die Säure steht’s präsent und belebend, sehr gut eingebunden, es folgt ein langer von toller Aromatik getragener Abgang. ***** 

Jedes Riechen und jeder Schluck bieten ungeahnte Nuancen die nur wenige Weine von sich geben!! Der Wein verlangt es, sich mit Ihm zu beschäftigen, dann offenbart er mehr als man sich wünschen kann!!

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